Die Gedanken sind frei!
Geistiges Eigentum
Heute möchte ich mich einem schwierigen Thema widmen. Es berührt mich immer wieder.
Im Urheberrecht § 2 ff wird das unteranderem geregelt. Aber auch im Patentenrecht und im Markenrecht. Kniffeliges Ding. Dahinter steckt der Gedanke, wer entwickelt, seinen Verstand seine Hände benutzt und entwickelt oder schöpft soll auch seinen Lohn dafür erhalten. Es geht also mal wieder ums goldene Kalb und wer zahlen muss.
Hier die Definition, die ich mir nicht ausgedacht habe, die existierte schon.
Geistiges Eigentum (englisch Intellectual Property , kurz IP) bezeichnet die rechtlichen Schutzrechte an immateriellen Schöpfungen des menschlichen Geistes, wie Urheberrecht, Patente und Marken. Im Gegensatz zu greifbaren Gegenständen kann man diese Ideen, Kunstwerke oder Erfindungen nicht erfassen, sondern sie gehören rechtlich trotzdem einer bestimmten Person oder einem Unternehmen.
Kampfplatz für Egos´und tatsächlich, das will ich nicht leugnen, berechtigter Ansprüche.
Es gibt grob unterteilt Macher und Forscher. Menschen, die Lösungen suchen für etwas, was sie stört, was sie verbessern möchten. Und ja, wir leben auf einem Planeten, auf dem das Prinzip der Evolution gelebt wird. Es geht zutiefst um verbessern, um Lösungen. Aber ist da wirklich immer nur einer mit beschäftigt?
Wer die Bücher von Bill Bryson gelesen hat (Eine kurze Geschichte von fast allem oder Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge), der wird erstaunt entdeckt haben, dass so manche Entwicklung zeitgleich aber in ganz unterschiedlichen, nicht in Verbindung stehenden, Erdteilen stattgefunden haben. Gut, zu der Zeit hat man sich nicht um Urheberrechte gestritten.
Ich selber arbeite im psychotherapeutisch/ pädagogischen Zusammenhängen und dort wird es erst richtig schwierig. Denn das gesamte theoretische Fundament basiert auf Thesen, die mehr oder weniger belegt sind. Reines geistiges Eigentum. Da streiten alle möglichen Fraktionen um das Recht, recht zu haben und um geistiges Eigentum.
Ich habe schon so viele Ausbildungen gemacht. Ganz oft habe ich in den Bereichen schon gearbeitet, ehe ich die entsprechende Ausbildung gemacht habe. Mein Antrieb für die Ausbildungen war, ich wollte verstehen, warum etwas so und nicht anders gehandhabt wird oder wie die Umsetzung der Theorie in die Praxis funktioniert. Und , ja ich wollte auch eine faire Bezahlung, weil die hängt an der Anerkennung, von Wissen über den Nachweis eines Scheines. Ob ich wirklich etwas verstanden habe und umsetzen kann, das steht auf einem anderen Blatt.
Immer wieder bin ich auf Menschen getroffen, die mir wichtige Impulse gegeben haben, die meinen Horizont erweitert haben und in Gedanken verneige ich mich immer wieder vor ihnen. Einerseits aus Dankbarkeit, dafür das mit mir ihr Wissen und ihre unnachahmlichen Art und Weise geteilt haben, mich beim Lernen und Wachsen unterstützt haben und vor ihrem Genie. Immer wieder erwähne ich sie auch in meiner Arbeit. Aber letztendlich muss, auch ich mich irgendwann als mündig erwiesen, denn auch ich schöpfe und stelle meine Mischung her. Schöpfe aus meinem Wissen, das ich mir entweder angeeignet habe durch das Lernen der Theorie oder aus der erlebten und gestalteten Praxis. Tatsächlich hatte ich eigene Gedanken zu dem einen oder anderen entwickelt und tatsächlich gibt es auch schon andere Menschen, die das Gleiche oder ähnliches gedacht und umgesetzt haben.
Ich stelle jetzt mal eine provokante These in den Raum: Es gibt in diesem Sinne kein geistiges Eigentum.
Wir alle lernen von irgendwem, was wir lernen möchten (manche wollen auch nicht lernen und tun es trotzdem) und dann beginnen wir zu entwickeln (mancher auch nicht) und so mancher sucht Lösungen für irgendwas (mancher auch nicht). Das gelingt oder scheitert. Aber wir alle können Denken, Lösungen finden und etwas entwickeln und das geschieht tagtäglich, wie wahrscheinlich ist es, dass nur einer die Lösung für etwas entwickelt? Kann man wirklich ein Rad immer neue Erfinden (Wer hat es denn entwickelt? Einer?)? Verbessern kann man es sicherlich, aber nochmal erfinden?
Wie kommen Gedanken und Ideen in einen Kopf? Ein Teil davon, wie was als Gedanke in unseren Kopf kommt, ist womit „füttern“ wir ihn, womit beschäftigen wir uns. Und der Rest, ist forschen, umsetzten, ausprobieren, scheitern und analysieren und neues ausprobieren….
Dieser Prozess steht allen offen, die das tun möchten und oft ist das eine Gemeinschaftsarbeit und es macht mich demütig. Was uns einzigartig macht, ist die Kombination aus Fähigkeiten und Anlagen, die sich in uns verbinden.
Und die Kombination von vielen individuellen Fähigkeiten, Sicht- und Denkweisen entwickeln unseren Planten und finden Lösungen für die Probleme der Zeit.
Da diese Probleme zurzeit Recht groß sind, wird es Zeit für Großzügigkeit, für Teilen, für Teilhabe und Mitteilen. Das weitaus meiste gelingt am Besten in einer Gemeinschaft, die auf gemeinsames, statt auf Ego basiertes abgrenzen, baut. Wie wäre es die Freude über eine Lösung zu kultivieren, statt den Ehrgeiz.
Möge jeder seine Balance finden in dem Spiel von Wissen, Macht und Ohnmacht. Teilen macht wirklich reich, behaupte ich und ja, jeder darf das auch anders sehen. Die Welt des Geistes ist eine freie Welt. Gedanken sind frei! Mögen sie sich befruchten, zum Besten.



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