Tanz und Bewegung

Tanztherapie für wen?

Tanztherapie für wen?

Immer wieder werde ich gefragt, für wen die Tanztherapie etwas ist. Meine Antwort lautet, für alle die Freude an der Bewegung haben. Ich unterrichte kein Ballett, kein Modern Dance, Jazztanz, Standard oder Latein. Meine Wurzeln und Methoden liegen in der Bewegungsimprovisation und dem Tanztheater.
Damit ist meine Methode hoch interessant für all diejenigen, die in einer positiven Entwicklungsstimmung sind und gerne auch als Team herausfinden möchten, wie sich das Leben oder die Zusammenarbeit gestalten lässt.
Warum? Weil meine Methode mehrere Wahrnehmungskanäle verbindet. Über den Körper, das Ich-Bewusstsein. Über die fast schon spielerischen Auseinandersetzung mit einer Aufgabe, wird die eigenen Wahrnehmung für das eigene Tun und Auftreten geschult, aber auch die Wahrnehmung für den anderen Menschen möglich. Sehen, Hören, Tun und Reflektieren in einem sicheren Rahmen in dem der Fokus auf das, was gelingt, gelenkt wird um darauf aufzubauen und es weiterzuentwickeln.
Aber auch Entspannung und Förderung von einer Gesundheit förderlichen Haltung kann gearbeitet werden.
Kurz um, ob im Einzel- oder in einem Gruppensetting, kann in vielen Richtungen, ganz dem gegebenen Auftrag entsprechend, entwickelt werden. Sprich oder schreibe mich an und erfahre die Möglichkeiten!

Tanz und Bewegung

Das Leben im Tanzunterricht gelernt

Ein Zitat aus dem englischen von Royston Maldoom (engl. Choreograf, der bei dem Film, Rhythm is it! mitgearbeitet hat.

Heute schreibe ich seit langem mal wieder aus meiner Praxis als Tanztherapeutin.
In einer Einheit gebe ich der Gruppe die Aufgabe, geht nur eine gerade Linie und keine Kurven, statt dessen benutzt Wendepunkte.
Sofort zerfällt die Gruppe in zwei Lager. Die einen die sich freudig an die Umsetzung machen und gar nicht hinterfragen, sondern froh sind, eine einfache Anweisung erhalten zu haben.
Die andere Gruppe „meutert“. Sie findet die Aufgabe doof, langweilig, was soll das denn?
Ich bitte sie trotzdem diese Aufgabe umzusetzen.
Was kann ich sehen. Alle beginnen. Aus der ersten Gruppe, bleiben ein paar strikt bei der Anweisung und gehen die graden Wege und nutzen die Wendepunkte unaufhörlich. Andere wiederum beginnen mit der Anweisung, dann wird ihnen langweilig mit der simplen Ausführung und sie beginnen zu experimentieren. Sie gehen rückwärts, wenden den Seitschluss -seit- Schritt an, variieren das Tempo, benutzten die Arme und erforschen, was sich mit ihrem Körper auf einer Linie so alles verwirklichen lässt. Die aufgeschlossenen aus der zweiten Gruppe, lassen sich inspirieren von der zweiten Gruppe und beginnen freudig mit zu improvisieren. Und ja es gibt auch eine kleine Menge, die bleibt beim Widerstand.
Was hat das mit dem Leben zu tun? Das Leben gibt oft den Takt vor. Will sagen es gibt Ereignisse oder Konstellationen in unserem Leben die suchen wir uns nicht aus (die gerade Linie). Das Leben oder die Lebensumstände lassen sich nur schlecht kontrollieren. Aber wir können mit den Bedingungen, die wir haben umgehen. Wir können das Leben gestalten und wir können uns beherrschen (die Gestaltung des Weges auf der geraden Linie). Sich einlassen (Akzeptanz), aber wach bleiben und die Möglichkeiten sehen und ergreifen. Dann ist das Leben (die gerade Linie) nicht mehr eng, sondern vielfältig und gleichzeitig, können wir immer zu dem Gehen auf gerader Linie zurückkehren und uns darin ausruhen.
Da wird die gerade Linie zum tragenden Werkzeug und nicht mehr das einengende Element.
Die Gestaltung einer Aufgabe, eines Lebensabschnittes obliegt uns.
Das habe ich im Tanzunterricht gelernt und das gebe ich sehr gerne weiter an alle die offen sind auf der Tanzfläche fürs Leben zu lernen.