Sie kämpft gegen ihren Schmerz und ich gegen meine Nutzlosigkeit

So lange ich im Außen kämpfe, so lange bin ich nicht bei mir angekommen. Wenn ich mich vergleiche, wenn ich besser sein will als xy, bin ich noch nicht mal gut in dem was ich tu. Weil ich in einem solchen Moment nicht tue, was ich tun würde und kann, sondern danach strebe jemand anderer zu sein.
Wenn ich meinen „Kampf“ oder besser mein Streben an meinem Weg und an meinem Sein orientiere, kommen die Geschenke. Ich arbeite dann mit meiner Kraft und meinen Möglichkeiten.
Das Leben in seiner Form annehmen und nach dem Potential in jeder Begegnung und in jedem Ereignis suchen, hilft sich selbst zu verwirklichen.
Ich orientiere mich an meinem Besten und vergebe mir mein Versagen. Wenn mir das gelingt erkenne ich die Geschenke in einer jeden Lebenslage. Dann durchflutet mich Liebe, Dankbarkeit und mein Potential. Und das ist großartig, denn es ist vollkommen in Ordnung dem Leben mein Potential zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Erkenntnis breitet sich Gelassenheit in mir aus. Ich bin gut, wenn ich tue was ich tun kann.

So, einfach?

Finde die Ursache…
finde den Fehler…
finde den oder die Schuldige… dann… Ja, was dann?
Kannst du deine Verantwortung finden, etwas verändern, etwas vermeiden, etwas besser machen?
Entweder oder. So einfach?
Gerne möchte ich einen Schritt aus der Polemik heraus treten. Denn für mich sind solche Aussagen nichts anderes als polarisierende Polemik. Dadurch wird nichts besser. Du fühlst dich schuldig oder als Opfer. Dahinter liegt oft der Gedanke, hätte ich anders gehandelt, entschieden.. dann .. oder wäre ich anders erzogen worden oder in einer besseren Gesellschaft geboren…. Dann… ja, was? Alles besser?
Ich glaube nicht. Es wäre nur anders.
Je Älter ich werde, je mehr ich erlebt habe, je mehr erkenne ich, es geht um das Erleben, Begreifen und Entwickeln. Es geht meiner Meinung nach nicht um höher, schöner, weiter und wie ich hier schon öfter getextet habe, nicht um Perfektion.
Das heißt nicht, dass ich den obigen Weg verteufle. Ich glaube nicht mal, dass sich ein Weg abkürzen lässt. Ich bin ihn auch gegangen und er hat mich weit gebracht und er hat mich auch immer mal sehr verletzt.
Mach die Erfahrung, die du machen wirst, egal wie du dich entscheidest. Atme weiter. Ruhig und tief. Nimm die Erfahrung an ohne irgendjemanden, auch dich nicht, zu verurteilen. Ein bisschen so, als würde man in eine Parklücke einparken wollen und stellt fest, es geht nicht oder man möchte ausparken und schafft es nicht alleine. Pause . Atmen. Warten und Unterstützung finden. Oder wie einen Pullover anprobieren, von dem man glaubt, der würde einen gut aussehen lassen und passen und er tut es dann doch nicht. Pech! Ausziehen, nicht kaufen, weiter probieren. Vielleicht mal ohne eine Vorstellung, vielleicht klappt das sogar besser? Für manch einen kann zetern und mordio brüllen auch eine Lösung und für sein Gegenüber ein Wachstumsimpuls sein.
Unaufgeregt, das wahrnehmen was ist und damit umgehen und das Beste daraus für sich machen. Eine Frage, die ich als hilfreich erlebe, ist die nach, was ist denn jetzt wirklich passiert und was ist nicht mehr zu ändern? Werde ich es überleben? Habe ich wen sehr geschädigt? Das wäre etwas, was ich nicht gut verarbeiten könnte. Da müsste ich wirklich dran arbeiten.
Es gibt nicht die ein Sicht, die eine Wahrheit, die eine Lösung und den einen Weg! Es gibt für jeden eine persönliche Mischung, den eigenen Weg und persönliche hoffentlich liebevolle Begleitung.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, einen liebevollen wahrhaftigen Umgang, der nichts leugnet, nichts bewertet, aber der Dasein lässt und atmet.

Wie geht es dir?

Was für eine Frage! Sie macht mich sprachlos. Oberflächlich geantwortet, gut! Schlecht will keiner hören und meistens stimmt beides nicht. Ich kann die Frage, wie es mir geht nicht beantworten, weshalb ich mich nicht zu dieser Frage äußere. Ich bin mit komplexem Sein beschäftigt und dem Bewältigen der mir gestellten Aufgaben. Dabei fühle ich mich wie ein Wetterbericht, mal heiter, mal wolkig und ständig anders. Mein Zustand ist nicht statisch. Im Hier und Jetzt bereinigt von Wertung, von Ängsten und Erwartungen geht es mir immer gut. Aber daran muss ich mich erinnern, immer und immer wieder, Wertungen, Ängste und Erwartungen nur noch wahrzunehmen, sie zu erleben ohne ihnen Gewicht und keine Aufmerksamkeit mehr zu geben. Es ist wie es ist. Es ist nur ein Moment, der schon vorbei ist, wenn man ihn bemerkt. Atmen, tief ein und tief aus. Was bleibt, mal ehrlich? Was bleibt?

Botschaften

Heute morgen wurde ich von einem Piepen geweckt. Ich bin aufgestanden und habe mich zwar gewundert, weil es so nah klang, aber mir nichts weiter dabei gedacht.
Doch das Piepen hörte nicht auf. Bis ich nachgeschaut habe. Da sah ich den keinen Vogel auf meiner Fensterbank sitzen. Er schaute mich an und versuchte durch die Scheibe ins Zimmer zu kommen. Da habe ich mit ihm geredet, „Du brauchst doch keine Angst vor dem Fliegen zu haben. Du kannst das. Allerdings du solltest vielleicht in eine andere Richtung starten?!“ Ich dachte mir, geh ihm etwas Futter holen, dann kann er sich stärken und los fliegen. Gedacht getan. Als ich aber mit dem Futter ankam, war er weggeflogen.

Da habe ich erkannt, nicht ich hatte etwas für den Vogel zu tun, sondern er war mit seiner Nachricht für mich da und als ich sie verstanden hatte, ist er weiter geflogen. „Hab keine Angst, du kannst fliegen!“ und es passt auf meine sich verändernde Lebenssituation. Vertraue dem Prozess, Du kannst fliegen.
Ich bin wirklich schon lange auf dem schamanischen Weg. Dazu gehört es, weiter als auf die Oberfläche zu kucken. Manche nennen es den zweiten Blick zu entwickeln. Dazu braucht man Zeit, die dem Reifen gehört, der Entwicklung von Bewusstsein und eine Haltung, die dem Leben mit seinen vielen Möglichkeiten demütig begegnet.
Es macht so reich, so tief verbunden. so dankbar und frei!

Das Leben trägt!

Ich bin dankbar, für alle Menschen, die mich mit meinen Herausforderungen allein gelassen haben, denn sie haben mich gelehrt, dass ich stark bin und es allein schaffen kann und
gleichzeitig bin ich dankbar für alle Menschen, die mir spontan ihre Hand gegeben haben, ob sie mich nun kannten oder nicht, denn sie haben mich gelehrt, dass das Leben trägt.
Es geht immer weiter. Einatmen, weiter atmen und den nächst möglichen Schritt gehen. So lange wir leben und erleben dürfen, wird es immer weiter gehen und es immer eine Lösung geben.
Danke!

Zum Weinen ist nie der richtige Zeitpunkt da

Zum Weinen ist nie der richtige Zeitpunkt da. Sicher es gibt wirklich unpassende Momente und angenehm ist die Trauer oder das Berührt sein nie so wirklich. Aber warum denn? Es zeichnet uns Menschen doch aus, dass wir fühlende oder mitfühlende Wesen sind. Statt dessen malträtieren wir uns selbst oder gegenseitig mit dem Wort „Heulsuse“.
Sicher ist, je mehr wir unser Betroffen sein verbergen, je mehr staut sich in unserer Seele an. Je mehr verfestigt sich der Wall um unsere Tränen. Je mehr nimmt der Druck zu, den wir dann irgendwann nicht mehr ablassen oder regulieren können.
Weinen reinigt, macht weich und reguliert. Es zeigt unseren Mitmenschen an, hier ist jemand verletzlich und die weit aus meisten Menschen gehen tatsächlich gut mit dieser Verletzlichkeit um.
Das wir nicht weinen, nicht schwach sein mögen, liegt möglicherweise an dem Umgang der Erwachsenen mit dem Kind, welches weint. Das nicht ernst genommen wird, in seinem kindlichen Schmerz. Dem man das Weinen, oft genug mit den Worten „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, verbietet. Tränen sind unbequem, erinnern an den eigenen Schmerz, machen angesichts des Leid oft ohnmächtig. Das will keiner sein, Ohnmächtig. Dabei ist der Umgang, eigentlich ganz einfach, weinen, da sein lassen und da sein. Dann wird daraus heilende menschliche Nähe.
Also, schiebt die Tränen, eure Verletzlichkeit und Trauer nicht zu weit auf. Nutzt deren heilende Wirkung.

Gewahrsam sein

Girls and Boys Day

Gewahrsam sein, mein neues Lieblingswort und was es für mich bedeutet, soll diese Geschichte, die ich erlebt habe, verdeutlichen.
Ich fahre mit meinem Auto durch eine Kurve an einer Bäckerei vorbei. Dabei kann ich folgende Situation beobachten. Sie dauert nur Sekunden und berührt mich doch tief.

Ein kleiner, junger, proper Mensch mit einer papierneren Bäckermütze auf dem Kopf hilft einem Bäckermeister einen Mehlsack in das Auto eines Kunden zu legen. Dabei trägt er die Mütze, wie ein Rangabzeichen und kuckt mir, während ich im Auto an ihm vorbeifahre, stolz in die Augen.

Genau dachte ich, das ist es! Einfach etwas Nützliches tun, weil man das gerade kann und sich daran erfreuen und stolz darauf sein.
Es scheint nicht viel zu sein und doch ist es, wenn man es gerne tut, die ganze Welt. Ohne es zu bewerten, bleibt es das auch.
Wohl dem Menschen, der das kann und keinen ehrgeizigen Perfektionisten in seinem Kopf sitzen hat, der ihm einflüstern, es reicht nicht was du da tust oder es ist nicht gut genug oder es ist nicht wichtig, was du da tust.
Wo die Karriereleiter nicht zum Hamsterrad wird.
Weil es nie reicht, weil es immer besser geht und schlechter auch, wenn ich nach Bewertungen lebe.

Wohl dem Menschen, der sich, wie Frederik die Maus und sich entgegen allen Forderungen und Anforderung von innen wie außen, hinsetzt und Farben sammelt. Weil es das ist was er tun möchte, weil es das ist was er kann und weil es auch eine Fähigkeit sein könnte, die nützlich ist.

Das ist Gewahrsam sein für mich, wahrnehmen und im Einklang mit sich selbst, so wie es jetzt geht, mit allem Potential, tun, was jetzt ansteht. Wahrnehmen. Annehmen ohne Wertung und gestalten, was ist.
Dann wird die Welt größer, freier und ein Leben möglich.

..und wenn wir schon von Veränderung sprechen…

…es mag dem einen oder der anderen aufgefallen sein, wie wenig ich in den letzten drei Jahren geschrieben und veröffentlicht habe. Ich war sehr mit dem Leben und dem Entwickeln meiner selbst beschäftigt.
Heute fühle ich Dankbarkeit und eine neue Gelassenheit und Ruhe. Ich danke allen Menschen und damit allen Seelen, die sich mir zur Verfügung gestellt haben, damit ich das lernen konnte, was ich zu lernen hatte. Es sind gerade die Menschen, die ich am meisten Liebe, die mich das schwierigste lehren, was es für mich zu lernen gibt.
Und das ist, ich kann sie trotz all meiner Liebe nicht festhalten, sie gehen immer wieder.
Sie in Dankbarkeit freizulassen und in Liebe weitergehen zu lassen, ist das schwerste für mich. Weil es ich anfühlt, wie nichts bleibt. Und es stimmt ja auch und es stimmt nicht. So, viele sind gegangen und es sind auch immer wieder neue Menschen in mein Leben getreten.
Tiefe Liebe zu empfinden, offen zu sein und zu bleiben für all ihren Ausdruck fordert mich heraus und macht mich reich und voll. Das ist, was bleibt. Innerer Seelenreichtum, wenn man sich nicht vom Schmerz auffressen lässt und bitter wird.
Was also bestimmt jetzt mein Leben? Ich versuche meine letzten sinnvollen Schritte, Bedingungen und Orientierungen meines Lebens. Vielleicht ein letzter Wechsel meiner Paradigmen.
Was bleibt, wenn alles um mich herum zusammenbricht, diese Frage stelle ich mir regelmäßig.
Und was in jedem Fall bleibt, ist meine Liebe, meine Hoffnung und mein Glaube. Eines Tages, noch nicht, aber eines Tages werde ich Frieden und Erlösung finden, daran glaube ich fest.

Ich gehe vom Kämpfen ins Sein.