Der Spatz in der Hand

Die, die lieber den Spatz in der Hand halten wollen, statt aufs Dach zu klettern um die Taube dort zu fangen. Sind die, die im Falle des Scheiterns sagen, habe ich doch schon vorher gewusst.
Das sind die, die ihre Angst kultiviert habe, warum auch immer und sich bedroht fühlen von denen, die versuchen auf das Dach zu klettern.
Und wenn es einer schafft, dann sind sie neidisch. Nur so zeigen sie ihre Anerkennung.
Unserer Kultur täte es gut, sie würde weniger auf die Träumer, Fantasten oder risikofreudigeren Menschen herabschauen. Scheitern gehört zum Leben dazu und das Aufstehen an sich fällt schon schwer. Erst recht bei einer Flut von Häme. Wir brauchen aber die „Entwickler“, die die auf das Dach steigen wollen. Jetzt mehr denn je. Denn unsere Zeit wirft dringende Fragen auf. Unsere Welt braucht Versuch und Irrtum und Entwicklung.

Das System

Wir alle leben in einem System. Denn wir wurden in eine Familie geboren. Diese wohnte an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Umgebung und hatte mit verschiedenen anderen „Bezugssystemen“ zu tun. Der Ort, die Umgebung bilden mit jedem ein System.
Nachhaltig geprägt wurden wir durch unsere ersten Kindheitsjahren, wie ich in den vorangegangenen Seiten schon oft erklärt habe, dort finden wir unseren Start, unsere Wünsche und unser Entwicklungspotential. Egal in welchem anderen System wir uns danach befinden und welche Rolle wir auch immer dort einnehmen, diese prägenden Erfahrungen verlassen uns nicht.
In anderen Zusammenhängen hört man dazu folgenden Satz, „Alle an den Umständen beteiligten haben sich zusammengefunden, um dass zu erleben, sich und die Situation zu entwickeln.“ Darin steckt viel Wahrheit. Ein wohlwollendes System, integriert und richtet sich immer wieder neu aus, so dass alle Beteiligten wachsen können. Es gibt aber auch Systeme und die sind nicht weniger Wohlwollend, diese Systeme verabschieden ihre Mitglieder in ein nachfolgendes System, um dort weiter zu lernen. Diese Art von System ist also spezialisiert. Das Wohlwollen liegt in dem frei lassen und verabschieden der Beteiligten, die in ein nachfolgendes System wechseln möchten oder eben müssen.

Virginia Satir beschreibt in ihrem Buch, „Wege zum Wachstum“ sehr eindrücklich, dass jeder Mensch in je anderen Bezügen andere Rollen ausübt. Die „Rollenhüte“, die Hüte, die wir uns bildlich gesprochen, aufsetzen. Der Hut einer Tochter- oder eines Sohns, Schwester, Bruder, Frau, Mann, Chef, weisungsgebundener Arbeitnehmer, Arzt, Heilungssuchender, Ratgeber, Rat suchender und noch viele andere Hüte ziehen wir uns im Laufe des Tages auf. In genauso viele Rollen schlüpfen wir.
Die Dynamik eines Systems ist die Suche nach einem Gleichgewicht, einem Mobile gleich. Die Mitglieder bewegen sich (ihr Einfluss, denn keiner ist ohne Einfluss!!) und das ganze System reagiert. Nun kommt es darauf an, wie flexibel ein System sein kann, wie weit oder eng der Rahmen, der Vorgaben sind. Systeme folgen Gesetzmäßigkeiten, die unbewusst oder bewusst von den Mitgliedern vereinbart wurden. Familien sind ein gutes Beispiel für ein System, wo die Vereinbarungen oft tradiert und unbewusst weitergegeben und oft auch recht unflexibel gehalten werden. Das liegt daran, dass in diesem System „Überlebensstrategien“ vererbt werden und dieses System sich oft sehr bedroht fühlt, wenn ein Mitglied „ausbricht“. So wird nämlich ein Wachstum eines Mitglieds empfunden, als Ausbrechen. Oft bringt ein solch starres System einen „Zeiger“ des Wachstumspotential oder der „Schieflage“ hervor. Das sind sehr häufig Kinder oder Menschen, die mit einer Krankheit reagieren. Sie scheinen die schwachen Stellen des Systems zu sein, sind aber die Entwickler desselben. Je bedrohter sich ein System fühlt, je unwilliger und langsamer entwickelt es sich. Für systemische Berater gilt es diesen Umstand im Blick zu halten und mit viel Feingefühl an der Entwicklung aller arbeiten zu lassen. Oft wird in Opfer und Täter aufgespalten. Es geht um Macht und Ohnmacht oder gesund gelöst, um Verantwortungsübernahme für sich selbst.
Ein anderes System, welches festgelegte Rahmenbedingungen hat, ist das eines beruflichen Systems. Da kommen die Vorgaben vom Arbeitgeber, der im besten Falle ein Konzept und eine daraus resultierende Arbeitsplatzbeschreibung vorgibt. Die Kunst ist es jetzt eine passende Besetzung für die gedachte Rolle zu finden. Doch auch hier muss sich ein System, hier spricht man von Team, finden. Das Riemann-Thomann-Modell kann hier sehr hilfreich sein. Es ermittelt die Teampersönlichkeit und deckt die Konflikte und das Entwicklungspotential auf.
Können und wollen alle am System beteiligten umsetzen, was der Chef vorgibt?
Oft hören sich die Sätze, die in einem solchen System fallen, folgendermaßen an, der macht immer, der macht nix, ich tu immer und so viel, der nicht. Dieser oder jener erfüllt nicht die Vorgaben oder hält sich nicht an die Absprachen.
manches Mal führt das zu einer Trennung, je nach Verhärtung der Mitglieder und des Systems. Was gesund sein kann. Zeigt sich aber eine hohe Fluktuation, taucht immer wieder das gleiche Thema mit unterschiedlichen Menschen und Konstellationen auf, lohnt sich ein Blick in die Tiefe? Wo ist das Ungleichgewicht wirklich? Wer deckt auf und macht sichtbar? Wer kompensiert hier, wen, oder was?
Ein Satz, den ich neulich gehört habe, war: „Wenn du nicht aufpasst und weiter so arbeitest, musst du aufpassen, dass du nicht in ein Burn-out rutschst!“ oder auch: „Du arbeitest zu schnell!“
Wer hat hier nun ein Problem und wie sieht die Lösung aus?
Fest steht, das Pensum, die Aufgaben und der Zeitrahmen. Es „menschelt“. Wer tut hier was, wer kompensiert, wer deckt auf?
Grundsätzlich entlarven sich hier zwei Gruppen und zeigen sich je eine Wahrheit auf. Die eine Gruppe, will ihre Vorgaben erfüllen, auch wenn die Bedingungen, Anforderung und Rahmenbedingungen zum Beispiel durch stetige Unterbesetzung oder mangelhafte Einrichtung und Ausrüstung, nicht optimal sind.
Die andere Gruppe hat erkannt, dass sie nicht leisten kann oder möchte, was die Anforderungen an sie stellt und verweigert sich und macht langsamer.
Anerkennung und Selbsterhalt ringen hier personifiziert miteinander.

„Mach du was mehr, dann kann ich weniger machen!?“
Wie stellt man hier ein Gleichgewicht her? Jeder für sich aber auch im Team?
Die Mitglieder sollten sich klar machen, was ist meine Rolle hier und was ist meine Aufgabe (Stellenbeschreibung) hier?  Ich bin. Ich bin hier. Ich bin jetzt. Meine Rolle, meine Aufgabe, und zwar hier und jetzt. Jeder definiert und begrenzt sich damit. Eventuell folgt daraus, dass ein Mitglied sich an der falschen Stelle engagiert oder zu wenig. Hier kann dann die Lösung ansetzen. Durch Beschränkung, durch Fortbildung und oder Tätigkeitswechsel je nachdem. Beide Gruppierungen sind in der Verantwortung. Die Stelle des Konfliktes mach das Potential und die Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen sichtbar. Jeder sollte für sich die Verantwortung übernehmen und für sich bilanzieren und die Stellschrauben, seines Handelns suchen und finden. Nicht einer allein ist für eine Gemeinschaft, für ein System zu ständig, sondern alle beteiligten. Alle sind zu sehen, zu hören und zu würdigen. Und jeder wird sich bewegen müssen, um ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Gesund bedeutet in diesem Fall, dass alle Mitglieder ein gesundes Maß an Anstrengung finden.
In dem Buch „Familie. Die Kraft der positiven Bindung.“ Beschreibt Salvador Minuchin, das Ringen um ein Gleichgewicht, das wankt, sobald ein Teil einer Einheit, sich entwickeln möchte. Er benutzt das Bild einer Wippe, solange einer immer zuhause ist und diese Belange regelt und der anderen immer die äußeren Angelegenheiten (die finanziellen Angelegenheiten mit der Bank, zum Beispiel, regelt.) und alle bleiben auf ihrer Position und in ihrer Rolle, bewegt sich das System nicht. Will aber der, der Teil, der immer zuhause ist, auch die Bankangelegenheiten zu regeln lernen und bewegt sich hin zu dem bereits besetzen Punkt, entsteht Bewegung und ein Ungleichgewicht. Das System in dem Fall ein Paar, muss sich neu ausbalancieren. Ist beiden der Gewinn klar, dann wird das Gelingen.
Motivation und die Bereitschaft an sich zu arbeiten, sich zu entwickeln und dafür die Verantwortung zu übernehmen sind wichtige Voraussetzungen für einen gelungen Prozess eines Systems oder Teams.

Wichtig sind gegenseitige Wertschätzung, ein konstruktiver Umgang, statt eines destruktiven.
Möglicherweise eine Versachlichung bei einer hohen Emotionalität oder den umgekehrten Weg, wenn die Mitglieder zu sehr versachlicht und nicht in ihrer Menschlichkeit wahrgenommen werden.

Das sind die Weisen

Das sind die Weisen, die vom Irrtum zur Wahrheit reisen.
Das sind die Narren, die in ihm (dem Irrtum) verharren.
Der, der sich trennt ist nicht der, der die Trennung alleine verantwortet.
Verantworten tun das zwei. Zwei sind gescheitert.
Der, der sich trennt übernimmt dafür die Verantwortung und macht Veränderung und Entwicklung möglich, welche zu zweit nicht zu erreichen war.

Geheilt sein!?


Ich hatte ein superspannendes und wertvolles Gespräch, in dem es um Geheilt sein ging.
Was heißt das? Im Lexikon lautet die Definition: Geheilt sein ist der Zustand nach der Überwindung einer negativen Phase, in der die Beschwerden abklingen und der körperliche sowie der seelische Zustand sich wieder normalisieren.
Ok… Das muss ich erst mal sacken lassen.
Eine negative Phase überwinden. Da komme ich noch mit. Aber, was bitte ist ein normaler Zustand? Ein Zustand, in dem der Mensch wieder funktioniert und sowohl in der Welt wie mit der Welt wieder zu recht kommt?
Ich denke, wenn man in dieser Welt, wie sie sich jetzt gerade zeigt, zu Recht kommt, muss man eigentlich krank sein oder werden. Denn das ist das, was gerade passiert. Immer mehr Menschen erkranken und kommen mit den Bedingungen dieser Welt nicht mehr klar, weil die Bedingungen krank machen. Burnout, Depressionen, Krebserkrankungen, Rückenleiden etc. Die Liste ist lang. Die nächste Frage, die sich mir stellt, was ist denn bitte schön gesund oder was bedeutet Gesundheit? Ist das das für mich der Zustand, in dem alles glatt läuft, mein Körper funktioniert, ich selbst funktioniere und ich keinen Mangel an irgendetwas verspüre. Mal abgesehen davon, dass viele Menschen, sich dem Fühlen verweigern aus vielerlei mehr oder weniger Sinn machenden Gründen.
Menschen, die schon frühkindliche Störungen oder Traumata erlitten haben oder die mit körperlichen oder geistigen Handicaps auf die Welt gekommen sind, sind schon mal komplett ausgeschlossen. Denn für sie ist ein Zustand normal, der von der Norm (wenn Norm, die Mehrheit der Menschen meint) abweicht.
Jeder Mensch lebt in seiner Welt. Die eine Welt gibt es nicht. Es gibt Perspektiven auf die Welt der vielfältigsten Arten und Weisen. Ist dann nicht Gesundheit und Heilung eine persönliche Sicht, Definition und Arbeit.
Niemand kann eine Welt allein ändern. Wir alle schon. Das würde aber einen Konsens erfordern, der definiert, wie die Welt denn sein soll.
Letztendlich ist das Gesund sein oder werden eine persönliche Definition und Herausforderung. Egal auf welcher Ebene, wir sind die, die entscheiden, was für uns persönlich gesund sein heißt und bedeutet. Wir sind die, die sich dafür Bewegen und Positionieren dürfen und können.
Was brauche ich, um mich in mir und mit mir gut zu fühlen? Was kann ich dafür selbst tun?
Wie kann ich in meinem Umfeld zu recht kommen? Was brauche ich, um in meinem Umfeld klarzukommen? Ist die Anpassung an das Umfeld ein für mich gut Strategie oder ist der Wechsel des Umfeldes eine?
Vielleicht hat der eine oder andere schon alle Strategien ausgeschöpft und es bleibt nur noch das Annehmen und das Aussöhnen mit dem, was wir sind, leisten und getan haben. Innerer Frieden ist dann die Erlösung oder die Heilung von mir selbst.
Denn oft genug leiden wir an unseren Anforderungen, Erwartungen und Bewertungen von uns selbst an uns selbst. Die gute Nachricht dabei ist, dies haben wir in der Hand und können wir verändern. Dabei können wir uns Unterstützung holen, denn dafür braucht es möglicherweise eine Veränderung der Sichtweise, der Perspektive. Dabei können TherapeutenInnen, spirituelle LehrerInnen oder einfach nur andere Menschen, die bereit sind sich mit uns auseinanderzusetzen und uns ihre Sicht der Dinge als Option und Persepektivwechsel anbieten, helfen und unterstützen.
Ich empfinde großen Dank für meine liebsten Menschen, dass sie mir immer wieder aufzeigen, dass ich auch etwas so sehen und benennen kann. Das sie mich ergänzen und erweitern. Das wünsche ich jedem Menschen. Ernsthafte Erweiterung mit Liebe und Selbstliebe als Haltung!



Etwas persönliches… auf ein Wort!

Das Jahr 2023 geht zu ende.
Ich weiß nicht wie euer Jahr so war?! Wenn es der allgemeinen Energie gefolgt ist, war es kein leichtes.
Meines war alles andere als leicht. Ich habe mich besonderen Herausforderungen stellen dürfen. In diesem Zusammenhang möchte ich nicht von Meistern oder Versagen sprechen, denn die Bewertungen sind nicht hilfreich. Ich habe Angst, Verzweiflung und Traurigkeit gespürt in einem Ausmaß wie noch nie zuvor. Atmen und loslassen war oft einzig das, was sich tun konnte. Hinnehmen und akzeptieren, meinen Glauben stärken und nicht wanken, dass es immer einen Weg gibt, dass ich gestalten kann, was mich erreicht. Wieder gab es eine Notwendigkeit, die Not in etwas Gutes zu wenden. Es brauchte Mut und es lehrte mich eine neue Dimension von Demut und Dankbarkeit.
Und am Ende diesen Jahres angekommen, nicht am Ende eines Prozesses, wünsche ich mir, dass alles was mir begegnete und begegnen wird, dass alles was ich erfahren durfte und darf, dazu führt, dass ich weniger urteile, beurteile und verurteile, dass ich mehr verstehe, milder, fried- und liebevoller werde.
Und das ist etwas, dass ich uns allen wünsche. Ich tu dies in der Hoffnung, dass diese Welt bei diesen derzeitigen Herausforderungen nicht bitter und zu einem dunklen Ort wird. Sondern sich zum Trotz allem zu einem lebens- und liebenswerten friedvollen Platz entwickelt.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Weihnachtsfest oder Feiertage und einen guten hoffnungsvollen Start in das Jahr 2024!

Wir leiden immer an uns selbst,

an unseren negativen Gedanken, an unserem Mangel, an einem geringen Selbstbild, an unserem inneren Kritiker, an unserem inneren Perfektionisten. Die Liste ließe sich noch beliebig lang fortsetzen. Genannt sei hier nur noch, weil unerlässlich, das weite Feld von Glaubensätzen. Die gute Nachricht, das können wir auch alles selbst wieder heilen. Wir sind unsere eigene Lösung.
Es sei denn, wir gehören in die Abteilung der Ignoranten oder der „immer sind die anderen schuld“ – Fraktion. Bei diesen Menschen bin ich mir nicht so sicher, dass sie sich selbst heilen können, ist doch ihr Abwehrmechanismus, die Verleugnung und die Verschiebung.
Für eine Gesellschaft, die nicht Fehlerfreundlich ist, braucht es Sündenböcke. Die anderen, die wegen denen alles so falsch läuft, denen man die Schuld geben kann, die nicht ins Bild passen und es stören. Die allen, was weg nehmen, die die man zu Gunsten, von wir sind die Besseren ausgrenzen kann. Diese Ignoranten von Differenzierung haben aber auch mein tief und ehrlich empfundenes Mitgefühlt. Denn ihr Schmerz muss groß sein, wenn sie sich selbst, in ehrlicher Selbstreflektion, nicht begegnen können. Sie werden für jeden anderen Menschen zum Lehrmeister in Mitgefühl, Geduld und ein Entwicklungshelfer für ihre Selbstliebe. Sie stellen sich für alle anderen zur Verfügung, die lernen und heilen wollen ohne selbst in den Genuss zu kommen, Heilung und inneren Frieden finden zu können. Diese Menschen kämpfen und kämpfen. Was sie benötigen ist Liebe und angenommen sein. Doch, das können sie in den meisten Fällen nicht annehmen. Das ist sehr hart und elend. Solche Menschen brauchen Mitgefühl und vielleicht finden sie dann auch allmählich einen Weg um zu heilen und über sich hinaus zu wachsen in Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit. Ich mag einfach nicht Glauben, dass es nicht für alle Menschen Hoffnung gibt. Ich mag nicht hoffnungslos leben. Diesen Beitrag möchte ich mit einem Zitat aus einem Lied von Klaus Hoffmann beenden. …
„….Und wie von selbst wird alles in dir warm
Und ruhig bist du, liegst in deinem Arm
Die Mauer ist zerbrochen, die Mauer ist entzwei
Und wo sonst nur die Angst war,
Ist das Kind auf einmal vogelfrei
Mein Weg ist mein Weg ist mein Weg
Und kein Schritt führt mich jemals mehr zurück
Mein Weg ist mein Weg ist mein Weg
Mit Schatten und mit Tränen
Mit Lachen und mit Glück
Mein Weg ist mein ureigener Weg
Mein Weg ist mein ureigener Weg…“

Ich – Mensch

Allen akzeptierten Regeln und Ethikprinzipien, die ich durchaus für mich akzeptiere, zum Trotz, ich bin ein Mensch. Und alles, was ich tun kann, ist mich gewissenhaft entwickeln und nach ihnen streben. Ich habe allerdings auch eine Führsorgepflicht und Verantwortung für mich und mein Leben. Deshalb muss ich mich im Kontakt nicht zu Gunsten von Regeln und Normen unterordnen, nur einordnen. Ich muss nicht besser sein als mein Gegenüber. Es ist nicht nötig moralische Überlegenheit anzustreben. Demut ist genau das für mich, nicht über den Dingen und dem Menschen stehen, sondern im Kontext des Möglichen mein möglichstes tun. Das „Sein“ benötigt kein „Überlegen-sein“ nur Angemessenheit. Angemessenheit im Sinne von richtiger Zusammensetzung oder von Balance. Nicht mehr und nicht weniger als das, was ich gerade kann. Den nächsten Lieben wie dich selbst. Was bedeutet meine / deine Selbstliebe ist, mein/dein Maß.

Utopia

Das Verbiegen für eine Zugehörigkeit darf aufhören. Es kann doch nicht sein, dass eine Gesellschaft bestimmt, wer und wie und mit was sich ein Mensch einbringen darf. Es kann doch nicht sein, das Mitglieder gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt werden.
Wann geschieht es endlich, dass eine Gesellschaft zulässt, dass das Individuum sich seinen Talenten und Neigungen gemäß entwickeln und entfalten darf. Damit es sich anschließend mit diesen einbringen kann.
Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn sich ihre Mitglieder ihr Verpflichten. Unter Verpflichten verstehe ich, etwas einbringen in die Gemeinschaft. Denn wenn, alle immer nur etwas von der Gesellschaft nehmen, löst sie sich auf.
Im Bild gesprochen, ein Gemälde besteht aus vielen Farben. Jede Farbe für sich ist individuell. Aber nur zusammen ergeben sie ein Bild. Will keine Farbe mehr auf das Bild, dann gibt es kein Bild mehr. Genau das Gleiche passiert, wenn eine Farbe zu dominieren beginnt. Auch dann gibt es kein Bild mehr.
Eine Gesellschaft gedeiht auf dem guten Boden der Vielfältigkeit, der Toleranz und der Stetigkeit von Entwicklungen.