Ich – Mensch

Allen akzeptierten Regeln und Ethikprinzipien, die ich durchaus für mich akzeptiere, zum Trotz, ich bin ein Mensch. Und alles, was ich tun kann, ist mich gewissenhaft entwickeln und nach ihnen streben. Ich habe allerdings auch eine Führsorgepflicht und Verantwortung für mich und mein Leben. Deshalb muss ich mich im Kontakt nicht zu Gunsten von Regeln und Normen unterordnen, nur einordnen. Ich muss nicht besser sein als mein Gegenüber. Es ist nicht nötig moralische Überlegenheit anzustreben. Demut ist genau das für mich, nicht über den Dingen und dem Menschen stehen, sondern im Kontext des Möglichen mein möglichstes tun. Das „Sein“ benötigt kein „Überlegen-sein“ nur Angemessenheit. Angemessenheit im Sinne von richtiger Zusammensetzung oder von Balance. Nicht mehr und nicht weniger als das, was ich gerade kann. Den nächsten Lieben wie dich selbst. Was bedeutet meine / deine Selbstliebe ist, mein/dein Maß.

Utopia

Das Verbiegen für eine Zugehörigkeit darf aufhören. Es kann doch nicht sein, dass eine Gesellschaft bestimmt, wer und wie und mit was sich ein Mensch einbringen darf. Es kann doch nicht sein, das Mitglieder gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt werden.
Wann geschieht es endlich, dass eine Gesellschaft zulässt, dass das Individuum sich seinen Talenten und Neigungen gemäß entwickeln und entfalten darf. Damit es sich anschließend mit diesen einbringen kann.
Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn sich ihre Mitglieder ihr Verpflichten. Unter Verpflichten verstehe ich, etwas einbringen in die Gemeinschaft. Denn wenn, alle immer nur etwas von der Gesellschaft nehmen, löst sie sich auf.
Im Bild gesprochen, ein Gemälde besteht aus vielen Farben. Jede Farbe für sich ist individuell. Aber nur zusammen ergeben sie ein Bild. Will keine Farbe mehr auf das Bild, dann gibt es kein Bild mehr. Genau das Gleiche passiert, wenn eine Farbe zu dominieren beginnt. Auch dann gibt es kein Bild mehr.
Eine Gesellschaft gedeiht auf dem guten Boden der Vielfältigkeit, der Toleranz und der Stetigkeit von Entwicklungen.

Das ganze Universum ist in Bewegung, Du auch?

Das ganze Universum ist in Bewegung. Nichts ist wirklich statisch.
Gehst du mit? Geh mit! Dreh dich mit!
Bleib flexibel im Denken und im Tun.
Du kannst keine Liebe und keinen Menschen festhalten.
Du kannst mit ihnen gehen. Sie mitgehen lassen oder besser noch zusammen mit ihnen
einen Weg finden. Denn, wenn zwei das Gleiche empfinden und sich über ein Ziel einig sind,
wie kann es dann nicht gelingen?
Deine Orientierung bringt dich dahin, wo du bist und hin möchtest.

Wege

Zuerst folgen wir dem linearen Denken. Wenn…Dann (kausal).
Dann stellen wir fest, wir erreichen unser Ziel nicht. Weil, Ursache/Aktion und Wirkung/Reaktion zwar verbunden sind. Aber das Ergebnis mit dem Input nicht zwangsweise verbunden ist.

Dann folgen wir dem „Warum“. Fehlersuche und Optimierung setzen ein. Das aktiviert die Schuld und Unschuld-Achse. Täter, Macht/ Opfer, Ohnmacht. Der Weg ist nötig, wie jeder Weg nötig und nicht abwendbar ist. Er funktioniert auch nur bedingt, wenn es um das Erreichen eines Zieles geht. Letztlich endet er oft in Selbstzerfleischung, wenn man da keine gute Grenze zieht.

Wenn dieser Punkt des Erkennens und Verstehens erreicht ist, tut sich der nächste Entwicklungsschritt auf. Der lautet Annehmen und Anerkennen. So ist es. So ist es gerade und so ist es im Moment gut. Aber wir bleiben an unserem Ziel orientiert und leiten die nächsten Schritte ein, von denen wir glauben, dass sie uns zu etwas Besserem führen. Und es wird besser.

So entsteht ganz allmählich Weisheit, die in Achtsamkeit und Dankbarkeit für unseren Weg gegründet ist.
Es entsteht ein Verzeihen, vor allen Dingen sich selbst, eine Zärtlichkeit für das Leben und den eigenen Lebensweg.
Die Einsicht ermöglicht uns zu erkennen, dass die meisten Menschen sich anstrengen und bemühen, ihr Leben zu leben und die Herausforderungen des Lebens Best möglich, zu meistern. Je nach Möglichkeit, Fokus, Sicht und Wahrheit.
Aho! So sei es.

Zärtlichkeit

Ich fühle eine so große Zärtlichkeit in all den kleinen Dingen, die da wachsen und gedeihen.
Wenn ich meine Pflanzen hege und pflege und sehe, wie sie wachen und sich zur Sonne strecken, da fühle ich mich von Liebe durchflutet für diese Welt.
Für alles, was kämpft um zu wachsen und zu leben, für alles, was stirbt, weil seine Zeit zu ende ist.
Es lässt mich Dankbarkeit und Liebe empfinden für all das, um mich herum, das das Leben atmet. Ein- und ausatmet. Wir gehören zusammen. Immer.
Manchmal fehlt mir diese Zärtlichkeit im Alltag, in dieser Welt, für all die Dinge, für das Leben, für mich und für dich. Aber es lässt sich in der Langsamkeit, in der Achtsamkeit, im Hegen und Pflegen, im Atmen im Wind, im Puls dieser Welt wiederfinden.
Wenn ich mich im Einklang mit dieser Welt wiege, umarme ich mich selbst, kommt diese Zärtlichkeit zu mir.
Und das wünsche ich dir, wiege dich im Einklang mit dieser Welt, erinnere dich, was wirklich wichtig ist und lass die Zärtlichkeit zu dir kommen.

Sie kämpft gegen ihren Schmerz und ich gegen meine Nutzlosigkeit

So lange ich im Außen kämpfe, so lange bin ich nicht bei mir angekommen. Wenn ich mich vergleiche, wenn ich besser sein will als xy, bin ich noch nicht mal gut in dem was ich tu. Weil ich in einem solchen Moment nicht tue, was ich tun würde und kann, sondern danach strebe jemand anderer zu sein.
Wenn ich meinen „Kampf“ oder besser mein Streben an meinem Weg und an meinem Sein orientiere, kommen die Geschenke. Ich arbeite dann mit meiner Kraft und meinen Möglichkeiten.
Das Leben in seiner Form annehmen und nach dem Potential in jeder Begegnung und in jedem Ereignis suchen, hilft sich selbst zu verwirklichen.
Ich orientiere mich an meinem Besten und vergebe mir mein Versagen. Wenn mir das gelingt erkenne ich die Geschenke in einer jeden Lebenslage. Dann durchflutet mich Liebe, Dankbarkeit und mein Potential. Und das ist großartig, denn es ist vollkommen in Ordnung dem Leben mein Potential zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Erkenntnis breitet sich Gelassenheit in mir aus. Ich bin gut, wenn ich tue was ich tun kann.

So, einfach?

Finde die Ursache…
finde den Fehler…
finde den oder die Schuldige… dann… Ja, was dann?
Kannst du deine Verantwortung finden, etwas verändern, etwas vermeiden, etwas besser machen?
Entweder oder. So einfach?
Gerne möchte ich einen Schritt aus der Polemik heraus treten. Denn für mich sind solche Aussagen nichts anderes als polarisierende Polemik. Dadurch wird nichts besser. Du fühlst dich schuldig oder als Opfer. Dahinter liegt oft der Gedanke, hätte ich anders gehandelt, entschieden.. dann .. oder wäre ich anders erzogen worden oder in einer besseren Gesellschaft geboren…. Dann… ja, was? Alles besser?
Ich glaube nicht. Es wäre nur anders.
Je Älter ich werde, je mehr ich erlebt habe, je mehr erkenne ich, es geht um das Erleben, Begreifen und Entwickeln. Es geht meiner Meinung nach nicht um höher, schöner, weiter und wie ich hier schon öfter getextet habe, nicht um Perfektion.
Das heißt nicht, dass ich den obigen Weg verteufle. Ich glaube nicht mal, dass sich ein Weg abkürzen lässt. Ich bin ihn auch gegangen und er hat mich weit gebracht und er hat mich auch immer mal sehr verletzt.
Mach die Erfahrung, die du machen wirst, egal wie du dich entscheidest. Atme weiter. Ruhig und tief. Nimm die Erfahrung an ohne irgendjemanden, auch dich nicht, zu verurteilen. Ein bisschen so, als würde man in eine Parklücke einparken wollen und stellt fest, es geht nicht oder man möchte ausparken und schafft es nicht alleine. Pause . Atmen. Warten und Unterstützung finden. Oder wie einen Pullover anprobieren, von dem man glaubt, der würde einen gut aussehen lassen und passen und er tut es dann doch nicht. Pech! Ausziehen, nicht kaufen, weiter probieren. Vielleicht mal ohne eine Vorstellung, vielleicht klappt das sogar besser? Für manch einen kann zetern und mordio brüllen auch eine Lösung und für sein Gegenüber ein Wachstumsimpuls sein.
Unaufgeregt, das wahrnehmen was ist und damit umgehen und das Beste daraus für sich machen. Eine Frage, die ich als hilfreich erlebe, ist die nach, was ist denn jetzt wirklich passiert und was ist nicht mehr zu ändern? Werde ich es überleben? Habe ich wen sehr geschädigt? Das wäre etwas, was ich nicht gut verarbeiten könnte. Da müsste ich wirklich dran arbeiten.
Es gibt nicht die ein Sicht, die eine Wahrheit, die eine Lösung und den einen Weg! Es gibt für jeden eine persönliche Mischung, den eigenen Weg und persönliche hoffentlich liebevolle Begleitung.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, einen liebevollen wahrhaftigen Umgang, der nichts leugnet, nichts bewertet, aber der Dasein lässt und atmet.