Zum Weinen ist nie der richtige Zeitpunkt da

Zum Weinen ist nie der richtige Zeitpunkt da. Sicher es gibt wirklich unpassende Momente und angenehm ist die Trauer oder das Berührt sein nie so wirklich. Aber warum denn? Es zeichnet uns Menschen doch aus, dass wir fühlende oder mitfühlende Wesen sind. Statt dessen malträtieren wir uns selbst oder gegenseitig mit dem Wort „Heulsuse“.
Sicher ist, je mehr wir unser Betroffen sein verbergen, je mehr staut sich in unserer Seele an. Je mehr verfestigt sich der Wall um unsere Tränen. Je mehr nimmt der Druck zu, den wir dann irgendwann nicht mehr ablassen oder regulieren können.
Weinen reinigt, macht weich und reguliert. Es zeigt unseren Mitmenschen an, hier ist jemand verletzlich und die weit aus meisten Menschen gehen tatsächlich gut mit dieser Verletzlichkeit um.
Das wir nicht weinen, nicht schwach sein mögen, liegt möglicherweise an dem Umgang der Erwachsenen mit dem Kind, welches weint. Das nicht ernst genommen wird, in seinem kindlichen Schmerz. Dem man das Weinen, oft genug mit den Worten „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, verbietet. Tränen sind unbequem, erinnern an den eigenen Schmerz, machen angesichts des Leid oft ohnmächtig. Das will keiner sein, Ohnmächtig. Dabei ist der Umgang, eigentlich ganz einfach, weinen, da sein lassen und da sein. Dann wird daraus heilende menschliche Nähe.
Also, schiebt die Tränen, eure Verletzlichkeit und Trauer nicht zu weit auf. Nutzt deren heilende Wirkung.

Gewahrsam sein

Girls and Boys Day

Gewahrsam sein, mein neues Lieblingswort und was es für mich bedeutet, soll diese Geschichte, die ich erlebt habe, verdeutlichen.
Ich fahre mit meinem Auto durch eine Kurve an einer Bäckerei vorbei. Dabei kann ich folgende Situation beobachten. Sie dauert nur Sekunden und berührt mich doch tief.

Ein kleiner, junger, proper Mensch mit einer papierneren Bäckermütze auf dem Kopf hilft einem Bäckermeister einen Mehlsack in das Auto eines Kunden zu legen. Dabei trägt er die Mütze, wie ein Rangabzeichen und kuckt mir, während ich im Auto an ihm vorbeifahre, stolz in die Augen.

Genau dachte ich, das ist es! Einfach etwas Nützliches tun, weil man das gerade kann und sich daran erfreuen und stolz darauf sein.
Es scheint nicht viel zu sein und doch ist es, wenn man es gerne tut, die ganze Welt. Ohne es zu bewerten, bleibt es das auch.
Wohl dem Menschen, der das kann und keinen ehrgeizigen Perfektionisten in seinem Kopf sitzen hat, der ihm einflüstern, es reicht nicht was du da tust oder es ist nicht gut genug oder es ist nicht wichtig, was du da tust.
Wo die Karriereleiter nicht zum Hamsterrad wird.
Weil es nie reicht, weil es immer besser geht und schlechter auch, wenn ich nach Bewertungen lebe.

Wohl dem Menschen, der sich, wie Frederik die Maus und sich entgegen allen Forderungen und Anforderung von innen wie außen, hinsetzt und Farben sammelt. Weil es das ist was er tun möchte, weil es das ist was er kann und weil es auch eine Fähigkeit sein könnte, die nützlich ist.

Das ist Gewahrsam sein für mich, wahrnehmen und im Einklang mit sich selbst, so wie es jetzt geht, mit allem Potential, tun, was jetzt ansteht. Wahrnehmen. Annehmen ohne Wertung und gestalten, was ist.
Dann wird die Welt größer, freier und ein Leben möglich.

..und wenn wir schon von Veränderung sprechen…

…es mag dem einen oder der anderen aufgefallen sein, wie wenig ich in den letzten drei Jahren geschrieben und veröffentlicht habe. Ich war sehr mit dem Leben und dem Entwickeln meiner selbst beschäftigt.
Heute fühle ich Dankbarkeit und eine neue Gelassenheit und Ruhe. Ich danke allen Menschen und damit allen Seelen, die sich mir zur Verfügung gestellt haben, damit ich das lernen konnte, was ich zu lernen hatte. Es sind gerade die Menschen, die ich am meisten Liebe, die mich das schwierigste lehren, was es für mich zu lernen gibt.
Und das ist, ich kann sie trotz all meiner Liebe nicht festhalten, sie gehen immer wieder.
Sie in Dankbarkeit freizulassen und in Liebe weitergehen zu lassen, ist das schwerste für mich. Weil es ich anfühlt, wie nichts bleibt. Und es stimmt ja auch und es stimmt nicht. So, viele sind gegangen und es sind auch immer wieder neue Menschen in mein Leben getreten.
Tiefe Liebe zu empfinden, offen zu sein und zu bleiben für all ihren Ausdruck fordert mich heraus und macht mich reich und voll. Das ist, was bleibt. Innerer Seelenreichtum, wenn man sich nicht vom Schmerz auffressen lässt und bitter wird.
Was also bestimmt jetzt mein Leben? Ich versuche meine letzten sinnvollen Schritte, Bedingungen und Orientierungen meines Lebens. Vielleicht ein letzter Wechsel meiner Paradigmen.
Was bleibt, wenn alles um mich herum zusammenbricht, diese Frage stelle ich mir regelmäßig.
Und was in jedem Fall bleibt, ist meine Liebe, meine Hoffnung und mein Glaube. Eines Tages, noch nicht, aber eines Tages werde ich Frieden und Erlösung finden, daran glaube ich fest.

Ich gehe vom Kämpfen ins Sein.

Vom Seelenversorger zum Seelen-ent-wickler

Warum gibt es jetzt diese Veränderung? Leben heißt sich bewegen, anpassen und verändern und zwar immer dann, wenn etwas gelernt werden soll, erfahren oder gelernt wurde. Die Summe meiner Erfahrung und damit die veränderte Sicht auf meine Arbeit aber auch meine veränderte innere Haltung machen diesen Schritt nötig und möglich.
Menschen sind voller Potentiale. Manchmal kann man sie sehen und ahnen, oft sind sie „verschüttet“ und dürfen ausgegraben, entdeckt und entwickelt werden. Ein Leben lang und immer besteht die Chance dazu und existiert die Hoffnung auf Erlösung oder Entwicklung.
Je Älter ich werde, je demütiger werde ich, wenn ich diese Prozesse beobachte und begleite. War ich in jüngeren Jahren noch voller Tatendrang, ich will, ich mache… Passt das jetzt gar nicht mehr für mich. Heute weiß ich, ich bin ein Teil einer Entwicklung, die ich begleiten und stützen darf. Manchmal habe ich eine Ahnung, aber nie die Gewissheit das eine Aktion das gewünschte Ergebnis bringt. Aber ich weiß, was hilft in schwierigen Prozessen, atmen, offen bleiben und liebevolle geduldige Begleitung.
Es braucht Entwickler und Visionäre einer lebenswerten, freundlichen Zukunft. Ich möchte verhedderte Seelen, Seelen die ausgegraben, befreit und entwickelt werden möchten, unterstützen und begleiten.

Das Maß

Manche Menschen scheinen wenig Mut zum Leben zu haben, sich selbst, ihre Träume oder sich an Grenzen zu üben.
Nicht jeder Mensch bringt die gleichen Voraussetzungen mit. Mancher braucht schon mehr Mut an bestimmten Stellen als ein anderer. Eine jede Seele ist für eine andere Erfahrung und Entwicklung auf dieser Welt. So darf sich auch eine jede Seele, je an einer anderen Stelle überwinden, um sich zu entwickeln.
Wer kennt den Satz: “ Das hätte man ja vorher wissen können.“ oder „Das hätte man sich vorher überlegen müssen.“ Wir sind so gnadenlos miteinander.
Als ob wir immer alles selber entscheiden würden. Als wäre bei einer Entscheidung alle Konsequenzen oder Entwicklungen vorhersehbar.
Wie oft be- und verurteilen wir uns selbst oder gegenseitig mit solchen Sätzen, die uns für unfähig erklären, die uns Schuld zu weisen oder die suggerieren im positiven wie im negativen wir hätten dies oder das verdient.
Anstatt uns zu unterstützen, eine Erfahrung zu durchleben und zu integrieren.
Statt zu fragen, was kann ich lernen und entwickeln, fragen wir nach Nutzen und Gewinn.
Wäre es nicht Sinnvoller, den Punkt zu finden, der mich am Wachsen hindert, um diesen zu integrieren oder zu heilen, um dann zu wachen?
Warum unterstützen wir uns an diesem Punkt nicht mit mehr wohlwollen und Mitgefühl?

Die Tarotkarten können dir verraten, wo dein derzeitiges Wachstumspotential steckt. Das herauszufinden, dabei helfe ich gerne.

2023

Ich bin dankbar…
für das Jahr 2022. Zwar war es kein leichtes, aber ein lehrreiches Jahr. Insofern war es ein reiches Jahr und es endet für mich mit einer großen Fülle in jeglicher Hinsicht.
Danke und Lebwohl!
Mir wurden Menschen genommen. Sie gingen in Liebe und mit Liebe. Das macht mich demütig und dankbar. Ich werde sie nie vergessen und ihnen für die erteilten Lehren auf immer dankbar sein und sie liebend in meinem Herzen tragen.
Dies ist ein Planet des Wachstums durch Erfahrung, Lernen und Erkenntnis.
Wir erhalten nicht immer was wir wollen, aber immer was wir brauchen um zu wachsen.
Ich wünsche mir für mich und euch, dass das Jahr 2023 erkenntnisreich und erfüllt bleibt, aber seine Lehren liebevoll verteilt und in Leichtigkeit verpackt.
In diesem Sinne lasst uns das alte Jahr in Dankbarkeit verabschieden und dem neuen Jahr in Gelassenheit und Selbstvertrauen (wir haben so viel gemeistert) entgegen sehen.

Konstante

Nachruf! Ich bin so traurig.
Eine wichtige Konstante in meinem Leben ist weg.
Sie war immer da. Sie war Anstoß, Antrieb, Auseinandersetzung, Reibung, Verletzung, Liebe und ein Zuhause.
Ich habe mich schon sehr früh in meinem Leben angestrengt, dies alles für mich selbst zu sein. Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen. Immer mehr, immer besser.
Und doch, wie wackelig fühlte es sich jetzt an, wo sie weg ist. Wie sehr trifft es mich, keinen Hafen mehr zu habe, in dem ich zurückkehren könnte, um zu reden, um eine Pause zu machen, um dann wieder neu zu starten.
Nach dem meine Konstante weg war, fühlte ich mich einen ganz kurzen Moment befreit.  Befreit vom Sorgen, vom Zusehen, vom Handeln, von Maßstäben, vom Versuch gerecht zu werden.
Und jetzt?
Erkenne ich, nichts ist wirklich weg. Alles habe ich längst in mir. Hatte ich immer schon. Das macht es nicht leichter, weil das alle Diskussionen endgültig nach innen verlegt. Sie finden von nun an nur noch in mir statt.
Was aber endgültig weg ist, ist mein Zuhause, mein Netz und die Gespräche.
Ich kann ihr nichts mehr erzählen.
Was bleibt, sind ihre Antworten, an die ich mich erinnern kann.

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Frieden

Frieden mit einem Menschen macht man im Hier und Jetzt. Ist die Gelegenheit verstrichen. Hilft nur noch eins, Frieden mit sich selbst zu machen.
Kommen Auseinandersetzungen, ein Dranbleiben, ein Klären, ein sich Verstehen wollen, ein Interessiert sein, eine Entschuldigung und ein Vergeben zu spät, hilft nichts mehr. Da bleibt was offen und es wird dich immer wieder einholen. Da wird man sich selbst vergeben, mit sich selbst Frieden schließen müssen.

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Afrika

Ein lange gehegter Traum ging in Erfüllung, meine Füße auf afrikanischen Boden zu setzen und ein kleines Stück, der Wiege der Menschheit, sehen und erfahren dürfen. Afrika! Genau genommen Kenia. Afrika ist riesen groß und vielfältig und selbst Kenia ist unglaublich groß und vielfältig. Groß das erste Wort, welches wirklich als erstes in den Kopf kommt. Alles ist groß und kraftvoll an Kenia. Es macht mich demütig, dankbar und nachdenklich.
Was lehrt ein solches Land, die Menschen, die dort leben?
Diese Land ist voll von Gegensetzen. Dort gibt es Gegensätze wie, abgrundtiefe Armut, atemberaubenden Reichtum. Das Land ist derart fruchtbar und gleichzeitig modert und verfällt alles unglaublich schnell. Das gilt für alles. Es ist als wenn die Fruchtbarkeit den Verfall bekämpft. Selbst die Reichen spüren den Verfall und müssen ihn oft hinnehmen. Leben und Tod liegen so nah beieinander. Es gibt keine Sicherheit, nur der stetige Wechsel von Leben und Sterben ist sicher.
Hier gibt es soviel Potenz, soviel Kreativität, soviel Lebensmut und -freude, soviel unglaubliche Kraft zum Leben, soviel Gleichmut und auch soviel Lethargie, soviel Liebe und soviel Aggression. Alles ist expressiv und explosiv, die Farben, die Natur und die Menschen und alles nur durch ganz dünne Grenzen voneinander getrennt, wenn überhaupt. Was also lernt man, von so einem Land? Ich versuche es mal mit den Worten der Einheimischen zu erklären, Hakuna Shida (Gelassenheit), Hakuna Matata (Gleichmut oder mach dir keine Sorgen) und Pole Pole (Mach langsam). Ich vermute, das lernt man. Und das sage ich mit Vorsicht und Respekt, weil ich bin nur ein Musungu, ein Weißer, der da nicht dazugehört. Musungs haben viel Leid gebracht hat und werden trotzdem oft viel besser behandelt wird, als sie sich untereinander behandeln.
Ich bin zu tiefst beeindruckt und es wird mein Leben verändern. Danke!